RCN-Mädchen-Duo holt Silber

Lisa Maier und Lilia Fick werden beim Bundeswettbewerb in Münster zweitschnellstes Boot Deutschlands

Von Kareen Keller

Münster. Unter dem etwas sperrigen Namen „Bundeswettbewerb für Jungen und Mädchen (BW)“ firmiert eigentlich die Deutsche Juniorenmeisterschaft für den Rudernachwuchs bis 14 Jahre. Mit dabei am Aasee in Münster waren am vergangenen Wochenende auch 22 Sportler und Sportlerinnen des Ruderclub Nürtingen – und das durchaus erfolgreich.
Die Qualifikation für diese Meisterschaft begann bereits im vergangenen Dezember mit einem Athletikwettbewerb. Im April folgte eine Ausscheidungsregatta über 3000 Meter in Mannheim und im Juni eine über 1000 Meter in Heidelberg. Die Startplätze für Baden-Württemberg beim BW wollten also erkämpft sein. Der RCN ist traditionell sehr gut dort vertreten, diesmal mit der zweitgrößten Mannschaft der Vereinsgeschichte.
Der Wettbewerb startete am Freitag mit dem Rennen gegen die Zeit über die 3000 Meter. Die Ergebnisse hier entscheiden über die Finalteilnahme am Sonntag. Lilia Fick und Lisa Maier sicherten sich in ihrem Doppelzweier der 12/13-Jährigen mit Rang fünf den letzten Platz im sonntäglichen A-Finale.
Für Annalena Gruber, Henriette Wünsche, Felix Hummel, Nathanael Seefried samt Steuermann Meo Dejl reichte es im Mix-Vierer 13/14 Jahre zum B-Finale. Auch der Jungen-Vierer der 12/13 Jährigen mit Tom Wittka, Justus Oppl, Ron Nickles, Joscha Fütterer und Steuermann Gabriel Milli landeten im B-Finale.
Für das C-Finale qualifizierte sich der Mädchen-Vierer 12/13Jahre sowie der Jungen-Vierer 13/14 Jahre.
Am Samstag ging es allerdings erst einmal um Geschicklichkeit und Fitness an Land. Beim Zusatzwettbewerb auf dem Sportplatz starteten die Nürtinger mit anderen Sportlern aus Baden-Württemberg in gemischten Riegen. In acht Disziplinen ging es darum, möglichst viele Punkte fürs eigene Bundesland zu sammeln. Auch die Trainer mussten mit ran und in Vierern über 400 Meter ein Rennen absolvieren. Groß war das Hallo bei den Kids, als RCN-Trainer Julian Gruber mit Kollegen aus Esslingen, Ulm und Tübingen hier den Sieg einfuhr.
Am Sonntag wurde es allerdings wieder ernst für den RCN-Nachwuchs. Als erstes gings für Lisa Maier und Lilia Fick in der offenen Gewichtsklasse im A-Finale auf die 1000-Meter Strecke. Als Fünftbeste der Langstrecke und eher „leichte“ Mannschaft rechneten sie sich nicht allzu viele Chancen auf die Medaillenränge aus. Nach einem starken Start sortierten sie sich erwartungsgemäß erst einmal auf dem vierten Platz ein. Doch das Nürtinger Duo hatten sich ihre Körner sehr gut eingeteilt. Schlag für Schlag rückten sie an die Konkurrenz aus Nordrhein-Westfahlen und Berlin heran. Auf den letzten fünfzig Metern hatten sie die beiden vorneliegenden Boote eingeholt. Mit ihren allerletzten Schlägen schoben Maier und Fick den Bugball noch vor das Berliner Boot vor und fuhren so zu Silber. Der Rückstand auf die Sieger der RC Germania betrug gerade mal eine Bootslänge. Damit holten sie seit Jahren die erste A-Final-Medaille in der Altersklasse 12/13-Jahre für Nürtingen.
Als nächstes startete der Jungen-Vierer mit Wittka, Oppl, Nickles, Fütterer und Steuermann Milli in Ihrem B-Finale. In einem starken Rennen setzten sie sich bereits nach einem Viertel der Strecke auf den zweiten Platz und gaben diesen auch nicht wieder her. Auch für sie gab es deshalb eine Silbermedaille.
Gold im C-Finale trotz verpatzter Rennwende holten der Mädchen-Vierer mit Mona Nickles, Marlene Wenzel, Hannah Maier, Theresa Ziebart und Steuerfrau Lenya Krais. Sie setzten sich deutlich gegen Minden, Lübeck und Mannheim durch.
Leer ging dagegen im C-Finale der Jungen-Vierer 13/14 Jahre mit Marlon Reise, Phillip Gold, Samuel Popa, Quinn Clay und Steuermann Jonas Seefried aus. Hinter München, Düsseldorf, Berlin und Hamburg reichte es nur zu Platz Fünf.
Noch mehr Pech hatte der Mixed-Vierer, der sich fürs B-Finale qualifiziert hatte. Als bereits alle Boote für das Finalrennen auf dem Wasser waren, zog eine heftige Regenfront über den Aarsee und löste bei vielen Sportlern Kälteschocks und Panik aus. Die DLRG musste einen Großeinsatz auslösen und die letzten sechs Boote konnten ihr Finale nicht mehr fahren. Groß war deshalb die Enttäuschung bei Gruber, Wünsche, Hummel, Seefried und Dejl, die sich durchaus berechtigte Hoffnungen auf eine Medaille gemacht hatten.
Das Trainerteam Sebastian Werner, Madita Keller, Julian Gruber sowie Fanny Keller war dennoch mehr als zufrieden mit dem Abschneiden ihrer Schützlinge. Zudem sind die drei Medaillen-Mannschaften jung genug, um im kommenden Jahr wieder so beim Bundeswettbewerb anzutreten – dann in Brandenburg.
Baden-Württemberg belegte in der Länderwertung am Ende den sechsten Platz, das beste Ergebnis seit Jahren. Die Nürtinger Nachwuchsruderer haben nicht unerheblich dazu beigetragen.

Mit einer tollen Renneinteilung holten sich Lisa Maier und Lilia Fick (von links) die Silbermedaille beim Bundeswettbewerb des 12-14-jährigen Ruder-Nachwuchses in Münster. Damit ist dieses Nürtinger Duo in dieser Altersklasse das zweitschnellste Boot Deutschlands.
Foto: meinruderbild.de / Detlev Seyb

Juli 2026

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