Paul Umbach startet stark in die neue Saison

Der Nürtinger Para-Ruderer wiederholte seinen Doppelsieg bei den Deutschen Kleinbootmeisterschaften in München

Von Andreas Keller

Für die Besten unter den deutschen Ruderern startet die Regattasaison immer gleich mit einem Paukenschlag bei der deutschen Kleinbootmeisterschaft (DKM), die Ende April in München ausgetragen wurde. Es geht neben dem Meistertitel auch darum, wer in der neuen Saison mit wem im Zweier oder Großboot sitzen wird und wer sich gegebenenfalls für das Nationalteam empfiehlt. Paul Umbach vom Ruderclub Nürtingen (RCN), der in der Para-Klasse 2 an den Start ging, war sich dieser Bedeutung bewusst. Auch, dass es bei der DKM darum gehen würde, wer künftig im begehrten Mix-Zweier, der einzigen paralympischen Bootsklasse für PR2-Sportler, sitzen wird. Entsprechend fokussiert ging Umbach an den Start. Als momentan stärkster deutscher Para-Ruderer dieser Klasse ließ Umbach nichts anbrennen und sicherte sich mit großem Vorsprung den deutschen Meistertitel. Auch seine Partnerin im Mix-Doppelzweier, Jasmina Bier aus Hamburg, sicherte sich mit persönlicher Bestzeit den Titel. Natürlich waren die beiden dann die haushohen Favoriten auf den Titel im Mix-Zweier. Da sie ihr Boot im Vorlauf jedoch bei den Auslegern umgebaut hatten, lief es nicht so gut wie erwartet. Im Finale wurden die technischen Defizite jedoch rechtzeitig behoben und so holten sich die beiden auch hier souverän ihren zweiten Titel.
Daraufhin ging es dann vor Wochenfrist für Umbach / Bier zur Internationalen Para-Regatta auf die Olympiastrecke von Paris. Auch hier starteten beide im Einer und Mix-Doppelzweier. Bei Umbach lief es im Einer nicht nach Wunsch. Starker Seitenwind machten ihm zu schaffen. Dadurch zog Umbach einen Krebs – das Blatt bleibt im Wasser hängen – und verlor noch um eine halbe Sekunde die Bronze-Medaille.
Umso mehr nahm er sich dann für das Mix-Rennen vor. Und das ging bestens auf: Als amtierende Vize-Weltmeister ließ das deutsche Duo nichts anbrennen. Mit einem aggressiven Start setzten sie sich gleich an die Spitze des Feldes und bauten dann ihren Vorsprung kontinuierlich aus. Am Schluss überquerten sie mit 35 Sekunden Vorsprung von dem usbekischen Team die Ziellinie und holten sich verdientermaßen die Goldmedaille ab.
Das diesjährige Ziel für Paul Umbach zusammen mit seiner Heimtrainerin Merit Linder ist es, die Resultate aus dem Vorjahr zu bestätigen und nach Möglichkeit den Abstand zum chinesischen Weltmeisterboot zu verkürzen. Denn die Blicke gehen schon wieder Richtung nächste paralymischen Spiele in Los Angeles 2028. Und da möchte Umbach auf jeden Fall dabei sein.

Neben seinem souveränen Sieg im paralypischen Mix-Doppelzweier holte sich Paul Umbach vom Ruderclub Nürtingen auch die Deutsche Meisterschaft im PR2-Einer.
Foto: Detlev Seyb / meinruderbild.de

Mai 2026

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